Kapstadt & Heimreise:

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18. – 22. Juni 2024:

Während unserer Zeit in Kapstadt liefen wir viel durch die verschiedenen und sehr unterschiedlichen Quartiere der Stadt. Die Waterfront ist sehr touristisch mit vielen Souvenirs, Restaurants und luxuriösen Unterkünften. Uns war dieser Teil der Stadt zu wenig authentisch und zu steril. Die Long Street in der Innenstadt hingegen repräsentierte den bunten Mix aus Leuten aus der ganzen Welt viel besser.

Per Zufall fanden wir an dieser Strasse an einem Abend ein Restaurant mit dem Namen «Mama Africa». Das Interior war schön mit afrikanischen Sujets dekoriert, es gab Live-Musik und sogar die Angestellten trugen traditionelle Kleidung. Das Essensangebot enthielt Gerichte aus Westafrika, Ostafrika und dem südlichen Afrika. Wir probierten die Mopane-Würmer, welche für unseren Gaumen nicht besonders lecker waren, jedoch in vielen Ländern für Millionen von Menschen eine wichtige Eiweissquelle darstellen. Uns gefiel die Atmosphäre im Restaurant und die Vielfalt der angebotenen Gerichte. Leider trübte die ungefragte Verrechnung von 10% Trinkgeld und die von uns nicht gesehene, kleingedruckte Information auf der Speisekarte über die kostenpflichtige Musik ein wenig die positive Erfahrung.

Trotz der immer noch präsenten Trennung der während der Apartheid eingeführten vier Rassen (Schwarze, Weisse, Asiaten und Coloureds), sieht man heutzutage die Armut auch im Stadtzentrum. Immer wieder sieht man Zelte, wo Leute direkt neben der vierspurigen Hauptstrasse leben. Ausserdem wurden wir viel angesprochen von Bettlern. Aufgrund der wenigen Touristen in der Stadt war wenig los an den Abenden und das Stadtzentrum war generell eher ruhig für eine Stadt dieser Grösse. Aus diesem Grund fielen wir teilweise mehr auf in den Strassen und wurden tendenziell mehr angesprochen.

Kapstadt ist weder die einzige Hauptstadt Südafrikas noch die grösste Stadt. Es gibt drei Hauptstädte: Die Regierung ist in Pretoria, das Parlament in Kapstadt und das oberste Berufungsgericht in Bloemfontein.

Es fällt uns weiterhin schwer den Abschluss dieser gigantischen Reise zu verarbeiten, da wir jeden Tag seit der Ankunft am Südkap unterwegs waren und weiterreisten. Nach ein wenig Reflexion realisierten wir allerdings, dass wir in jedem besuchten Land während der Reise im Durchschnitt etwa 1’000 km gefahren sind. Ausserdem interessierte es uns, was die kürzeste mögliche Strecke vom Nordkap bis zum Südkap wäre, wenn man über Westafrika fährt. In Europa kommt man auf ca. 5’500 km und in Afrika auf etwa 13’000 km. Das heisst ohne die vielen Umwege wäre die Verknüpfung der beiden Punkte sogar mit der Hälfte der von uns zurückgelegten Distanz möglich.

Am ersten Tag in Kapstadt buchten wir einen Ausflug für die Besichtigung von Robben Island, dem einstigen Inhaftierungsort von Nelson Mandela. Leider wurde die Tour am Tag vorher abgesagt, aufgrund von Defekten am Boot. Somit hatten wir mehr Zeit für die Erkundung der Wanderwege um die Stadt.

Vom 14. Stock unseres Hotels hatten wir einen sensationellen Blick auf die ganze Stadt inklusive Bergkette. Bevor wir den Tag planten, nahmen wir den Lift nach oben, um das Wetter in den Bergen und der Stadt zu kontrollieren.

Der Tafelberg, mit über 1’000 Metern Höhe die höchste Erhebung um Kapstadt, war schon lange fix auf unserem Plan während unserem Besuch. Wir versuchten den Tag auszuwählen mit dem besten Wetter. Leider ist dies im eher nassen und windigen südafrikanischen Winter nicht ganz einfach. Am ausgewählten Tag fing es auf dem Weg zum Startpunkt an zu regnen und wir entschieden uns spontan für den Lions Head. Dieser Berg gehört ebenfalls zum Tafelberg-Massiv, war jedoch nicht in dichten Wolken eingehüllt und weniger hoch als der Tafelberg. Der Schlussaufstieg war sogar so anspruchsvoll, dass man beide Hände brauchte, um die Leitern und steilen Abschnitte zu überwinden. Am Abend wurde die Bewölkung vom Wind weggeblasen und vom Signal Hill genossen wir den wunderschönen Blick auf den Tafelberg und das Meer inklusive Sonnenuntergang, während wir einen leckeren Apero zu uns nahmen.

Unser letzter ganzer Tag war ganz im Zeichen des Tafelbergs. Zum Glück hatten wir auf gutes Wetter gepokert, denn wir wurden belohnt! Bereits am Morgen war die Sicht auf die markante Felswand frei und wir fuhren an den Fuss des Wanderwegs. Der Weg ging von Anfang an steil nach oben und bevor man die Ebene erreichte, führte der Weg in unzähligen Kurven durch einen Einschnitt in der imposanten Felswand. Oben angekommen genossen wir die Aussicht auf alle Seiten und freuten uns über das Wetterglück. Auf dem Tafelberg herrscht eine grosse Pflanzenvielfalt mit etwa 1400 Arten. Das bedeutet mehr Diversität als in ganz Grossbritannien. Die Jungmannschaft wählte einen anderen, viel anspruchsvolleren Weg zurück nach unten, während Lilo und Peter denselben Weg nach unten nahmen. Am Abend liessen wir den tollen Tag und die gemeinsame Zeit Revue passieren und genossen nochmals ein leckeres Abendessen mit lokalem Wein.

Einen Tag vor dem Heimflug durften wir in einem Fahrradgeschäft unweit unseres Hotels die Fahrräder in bereitgestellte Kartons verpacken. So konnten wir direkt mit dem restlichen Gepäck zum Fahrradladen laufen und dort mit den Fahrradkartons mit einem Taxi zum Flughafen fahren. Mit Uber wollten wir ein grosses Taxi bestellen. Das Erste war viel zu klein und die doch 180 cm langen Kartons passten niemals in das Auto. Der zweite Fahrer kam wenige Minuten später, aber sein Fahrzeug war auch nicht viel grösser. Mit seiner afrikanischen Gelassenheit meinte der aus dem Kongo ausgewanderte Mann wir sollen es doch mal versuchen. Tatsächlich konnten wir alle Rücksitze runterklappen und die Kartons passten knapp rein. Das Problem war nun, dass es nur noch 2 Sitzplätze hatte für drei Personen. Somit mussten wir uns den einen Vordersitz teilen und die etwa 20 km so zurücklegen.

Am Flughafen trafen wir Fabians Eltern wieder und gingen zum Schalter der Qatar Airways. Die Abfertigung klappte ideal und wir konnten die Kartons bei einem separaten Schalter zwei Stöcke tiefer abgeben. Danach waren wir erleichtert und konnten uns entspannt auf die lange Heimreise einstellen.

Kurz vor Mitternacht erreichten wir Doha und liefen bei 34 Grad in die riesige Transithalle. Wir verabschiedeten uns von Fabians Eltern, da ihr Weiterflug früher war als unserer. Wir bedankten uns bei Peter und Lilo für die grossartige Unterstützung in den letzten zwei Wochen, die gemeinsame Zeit und die unglaubliche Grosszügigkeit.

Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen, installierten unsere Luftmatratzen und legten uns bis kurz nach sieben hin. Nach einem weiteren Flug, kamen wir mit etwas Verspätung in Zürich an. Auf das Gepäck und die Fahrräder mussten wir zum Glück nicht lange warten und liefen zum Ausgang. Dort wurden wir überraschenderweise von Familie und Freunden mit selbstgebastelten Plakaten und einem Apero empfangen. Es war ein schönes Ankommen in der Heimat und wir schätzten und genossen den organisierten Empfang sehr.

 

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