273.Tag: Pausentag: Tarrafal

15. Februar 2019:

Nachdem wir die letzten Tage viel unterwegs gewesen waren und uns sportlich viel betätigt haben, gönnten wir uns einen Tag am wunderschönen Sandstrand. Viele Einheimische versuchten den Touristen, die ihre weissen Körper in den für westliche Standards attraktiven Teint umwandelten, diverse Snacks und vor allem Kokosnüsse anzudrehen. Ab und zu begaben wir uns in das relativ warme Wasser um in den teilweise grossen Wellen zu baden und zu schwimmen. Am Abend assen wir eine authentische Pizza aus dem Holzofen und horchten den Trommelklängen der Jugendlichen, welche einer lokalen Musikgruppe angehörten.

272.Tag: Pausentag: Sao Domingos-Tarrafal

14. Februar 2019:

Das beim Verhandeln des Übernachtungspreises grossangepriesene Frühstück war wirklich köstlich und wir hatten bis am späteren Nachmittag keinen Hunger mehr. Schnell fanden wir einen Aluguer, welches uns bis Assomada mitnahm. Dort schlenderten wir durch den bunten und vielfältigen Markt. Riesige Thunfische die höchstwahrscheinlich am selben Morgen noch im Atlantik schwammen, wurden mit unscharfen Messern in zwei geteilt und verkauft. Mehrfach sahen wir wie viele verschiedene Gemüsearten auf diesen doch sehr trockenen Inseln wachsen. Nach einer längeren, jedoch spannenden Wartezeit fuhren wir am Nachmittag mit einigen Einheimischen nach Tarrafal. Dort begutachteten wir das kleine Fischerdorf mit lokalem Sandstrand und genossen ein köstliches Nachtessen zu einem günstigen Preis.

271.Tag: Pausentag: Praia-Sao Domingos

13. Februar 2019:

Früh bestellten wir unser Frühstück in einem Café und gleichzeitig gaben wir den Schlüssel vom Appartement zurück und kauften Proviant für den Tag ein. Schweizer Effizient halt! Danach liefen wir zu den Sammeltaxis, welche ins Landesinnere fahren. Neben unserem Gepäck befand sich im Minibus ausserdem ein Eimer frischer Fische im Kofferraum, welcher uns daran erinnerte wieso man keinen Duftbaum mit Fischgeschmack im Auto hängen hat.

In São Domingos fanden wir eine schöne Unterkunft mit vielen exotischen Pflanzenarten und einigen Nutztieren. Nachdem wir unser Quartier bezogen hatten, marschierten wir in Richtung Rui Vaz, unser Ausgangsort der Wanderung. Ein Geländewagen fast voll geladen mit Milchbehältern nahm uns sogar noch ein Stück weiter mit als das kleine Bergdorf und wollte nicht einmal Geld dafür. Von dort liefen wir durch den Naturpark Santo António, welcher viele Eukalyptusbäume und Sträucher beheimatet. Für uns war das Ziel der Pico da Antónia (1’392m), welcher nur über einen abschüssigen und rutschigen Pfad erreichbar ist. Die eine Seite des Berges fällt senkrecht bis weit ins Tal ab und die Begehung verlangt definitiv Schwindelfreiheit. Zurück beim Ausgangsort sahen wir, dass dort wo unser Fahrer die Milch abgeladen hatte, eine traditionelle Ziegenkäserei war. Nach längerer Suche fanden wir am Abend mit Hilfe eines freundlichen Dorfbewohners ein exzellentes Restaurant, welches nur für uns ein riesiges Menu auftischte.

270.Tag: Pausentag: Ponta do Sol-Praia

12. Februar 2019:

Nach einmaligem Umsteigen erreichten wir eine traditionelle Rumbrennerei, die uns von einem Einheimischen empfohlen wurde. Der Eingang der grossen Destilliere war schwer zu finden. Darum standen wir plötzlich neben der Zuckerrohrpresse und dem Feuer mit dem der gegärte Zuckerrohrsaft mehrmals destilliert wird. Der 84-jährige Besitzer erklärte uns kurz das Prozedere bevor er uns einige Produkte zum Probieren anbot. Der abgekartete Verkäufer kam uns mit dem Preis nicht wirklich entgegen und kassierte unsere Scheine ohne mit der Wimper zu zucken. Mit ein paar Rumfläschchen mehr im Gepäck, suchten wir uns ein Sammeltaxi zurück nach Porto Novo. Die Fähre zurück nach Mindelo verlief ruhig und alle hatten Lust auf eine Pizza. Der Flug nach Praia verlief ohne grosse Zwischenfälle, jedoch musste ein Schweizer Taschenmesser bei der Handgepäckkontrolle daran glauben.

269.Tag: Pausentag: Ponta do Sol

11. Februar 2019:

Die eher anstrengenden Wanderungen machten sich langsam bei allen bemerkbar und wir entschieden uns einen ruhigeren Tag einzulegen. Während die reduzierte Familie Keller sich das lebendige Treiben am kleinen Hafen anschaute und sich im Wasser abkühlte, rannte Adrian auf den Hausberg und entdeckte die Pfade der dortigen Hirten. Die kleinen Fischerboote kehrten voll mit frischen Fischen zurück. Diese wurden direkt nach dem Ausladen ausgenommen und an Frauen des Dorfes verkauft.

268.Tag: Pausentag: Ponta do Sol

10. Februar 2019:

Derselbe Taxifahrer wie gestern brachte uns zum Krater Cova de Paúl. Die Tour führte 1200 Höhenmeter abwärts durch ein Zuckerrohranbaugebiet. Das Tal von Paúl gilt als das grünste der ganzen Insel.

Steile Felswände, die dicht mit Nadelbäumen bewachsen sind, dekorieren den uralten Vulkankrater. Sein Grund wird intensiv landwirtschaftlich genutzt mit Mais- und Bohnenanbau sowie Viehhaltung. Völlig überrascht staunten wir über die zahlreichen mit wassergefüllten Bewässerungskanäle, Levandas genannt die wir während dem Abstieg bestaunten. Unterwegs kamen wir inmitten von Kaffeepflanzen, Mangobäumen und Bananenstauden an einem Stand vorbei, der mit der Vielfalt der angebotenen Produkte überraschte: Guaven, Kaffeebohnen, Bananen, diverse Schnäpse, getrocknete Mangos, Tee aus Avocadoblättern oder Gebäck – alles aus einheimischer Produktion. Natürlich mussten wir davon degustieren. Die zahlreichen begrünten Terrassen in den steilsten Hängen liessen uns immer wieder staunen. Wasser ist hier im Überfluss vorhanden. Die Bachbetten sind von unzähligen Yamspflanzen übersät. Die Bauern müssen für die Bewirtschaftung oft weite steile Fusswege in Kauf nehmen. Gegen Ende der Wanderung kamen wir noch an zahlreichen Brotfruchtbäumen vorbei. In Pombas angekommen brachte uns ein Aluguer nach Ponta do Sol zurück. Im kleinen einheimischen Lokal konnten wir beim Abendessen Yams und Brotfrüchte zusammen mit frisch gefangenem Fisch geniessen.

267.Tag: Pausentag: Ponta do Sol

9. Februar 2019:

Santo Antão ist ein Paradies für Wanderer. Das erlebten wir auch heute wieder. Das Taxi brachte uns in einer einstündigen Fahrt an den Startpunkt in Cruzinha da Garça. Der Weg führte entlang der Steilküste dem in den Ohren brausenden Meer entlang. Das kleine Dorf Corvo ist nur zu Fuss zu erreichen. Für uns unglaublich in welcher Abgeschiedenheit hier Menschen leben. In einer kleinen Bar direkt über der Steilküste gönnten wir uns einen kühlen Drink und konnten tief unten Meeresschildkröten beobachten. Der gepflasterte Fussweg führte geschickt durch die felsige Küste und an manchen Stellen wurde dafür etliche Meter Trockensteinmauern aufgetürmt. Das Dorf Fontainhas mit seinen türkis- oder rosafarbenen alten Häusern ist eines der reizvollsten der Kap Verden. Am Dorfrand war gerade ein Fussballfest im Gang. Dort stärkten wir uns mit einheimischen Gebäck und liessen den Tag bei einem Grogue in einer einheimischen Bar ausklingen. Grogue, ein starker Zuckerrohrschnaps, ist ein Traditionsprodukt von Kap Verde.

266.Tag: Pausentag: Porto Novo-Ponta do Sol

8. Februar 2019:

Mit erstaunlich wenig Muskelkater wachten wir am Morgen auf. Beim Verhandeln des Fahrpreises quer durch die Insel unterboten sich die Taxifahrer gegenseitig mit dem Preis. Nach heftigen Diskussionen unter den Taxifahrern stiegen wir ein. Trotz Zusage versuchte unserer Fahrer beim Losfahren, den Preis wieder zu erhöhen. Wir liessen uns davon nicht beeindrucken, da er selber die anderen unterboten hatte.

Nun begann eine abwechslungsreiche Fahrt. Der zentrale Gebirgszug trennt den kargen Süden vom grüneren Norden. Die Strasse führt am eindrucksvollen Vulkankessel Cova de Paúl entlang. Auf der Route von dem kleinen Bauerndorf Corda hinab nach Ribeira Grande liegt der wohl meist fotografierte Strassenabschnitt von Santo Antão, der sogenannte Delgadim. Dramatischer geht es kaum. Die in den 1950er-Jahren mühsam in Handarbeit geschaffene Fahrbahn nimmt den schmalen Berggrat völlig ein. Zu beiden Seiten stürzen schroffe Felswände Hunderte von Metern fast senkrecht in die Tiefe. Auch wir liessen uns von diesem Ausblick begeistern.

Vom Balkon des tollen Appartements aus genossen wir einen überwältigenden Blick auf die Berge und die tosende Brandung des Meeres. Den restlichen Tag erkundeten wir den Ort und genossen das Nichtstun bei einem Apéro auf dem Balkon.

265.Tag: Pausentag: Porto Novo

7. Februar 2019:

Zum ersten Mal schnürten wir unsere Wanderstiefel. Ein Aluguer (Sammeltaxi) führte uns in einer einstündigen Fahrt durch eine eindrückliche, zerklüftete Bergwelt nach Jorge Luis. Sofort ging es steil bergauf an einem abgelegenen Gehöft vorbei, wo uns ein älteres Paar freundlich grüsste. Auch dass der steil abfallende Weg durch einen Hangrutsch nur erschwert passierbar war, schreckte uns nicht ab. Die meist ausgetrockneten Flüsse hinterliessen bizarre Täler und steil in die Luft ragende Felsen. Dank GPS Daten auf dem Handy fanden wir die richtige Richtung in der einsamen Gegend, obwohl wir den offiziellen Wanderweg verloren hatten. Der Weg erwies sich weiter als angenommen, der Tag ging bereits auf den Abend zu. Die tieferliegende Sonne beleuchtete die zerklüfteten Berghänge in einem warmen Goldton.

Ein äusserst faszinierender Blick von der Passhöhe auf die Felswand Bordeira de Norte beeindruckte uns. In kunstvollen Serpentinen windet sich der gepflasterte Maultierpfad an dieser senkrechten Wand in die Tiefe. Bis heute stellt er für die Bevölkerung eine wichtige Verbindung über den Hauptkamm der Insel dar. 750 Höhenmeter weiter unten sahen wir unser Tagesziel, Chã de Morte, das wir im letzten Dämmerlicht schliesslich erreichten. Zum Glück fanden wir noch ein Taxi. In Porto Novo angekommen liessen wir uns erschöpft beim Italiener auf die Stühle fallen. Die feinen Spaghetti füllten unsere Energiereserven wieder auf, bevor wir uns ins Bett sinken liessen.

Zitat Lilo: «Überlege dir gut, ob du mit drei topfitten Männern eine Bergwanderung machen willst. Die 21 km und knapp 1300 Höhenmeter haben mich an meine Leistungsgrenze gebracht! »

264.Tag: Pausentag: Mindelo-Porto Novo

6. Februar 2019:

Morgens erkundeten wir die hügelige Landschaft um die Stadt herum. Einige eher gemütlich, andere ein wenig schneller. Mindelo beheimatet 98% der Inselbewohner. Somit ist ausserhalb der Stadt pure Natur und fast keine Siedlung zu finden. Am Nachmittag nahmen wir die Fähre auf die dritte Insel namens Santo Antão. Während der Überfahrt, die weniger als eine Stunde dauerte, wurden Tüten verteilt. Angeblich kann die Fähre manchmal ganz schön schaukeln. Ohne grossen Wellengang erreichten wir die westlichste Insel und wurden direkt am Hafen vom Vermieter unserer Unterkunft abgeholt. Dutzende Taxifahrer wollten die Neuankömmlinge zu überrissenen Preisen irgendwo hinfahren. Glücklicherweise konnten wir zu Fuss bis zu unserer Wohnung gehen und lehnten alle Angebote mit «no» ab. Nachdem wir die Transportmöglichkeiten für den nächsten Tag abgeklärt und uns in einem einheimischen Restaurant verpflegt hatten, legten wir uns müde in die bequemen Betten.