181.Tag: Villanueva de las Torres- La Zubia

15. November 2018:

Nach einer erholsamen Nacht im Haus von Carmelo, welches wir ganz für uns hatten, legten wir den Schlüssel in das vereinbarte Versteck und pedalten los in Richtung Granada. Zuerst folgten wir einem Tal und genossen die schönen Steinformationen mit den verschiedensten Farben. Plötzlich realisierten wir, dass wir eine Abzweigung verpasst hatten und entweder 300 Höhenmeter zu viel nach oben gefahren waren und zurückmussten oder ein kurzes Stück auf der Autobahn zu fahren. Wir entschieden uns für die 5km Autobahn, trotz des klaren Verbotsschildes bei der Einfahrt. Nach nur einer betätigen Hupe und glücklicherweise keines Polizeiautos, verliessen wir die Autobahn wieder und fuhren auf Nebenstrassen weiter. Eine Strasse führte uns sogar ein paar hundert Meter durch ein momentan trockenes Bachbett. Bevor wir Antonio’s Wohnung in einem Vorort von Granada erreichten, musste wir einen fast 1’400m hohen Pass überqueren. Am Abend kochte unser Warmshowers Gastgeber ein leckeres lokales Gericht und wir unterhielten uns über Gott und die Welt.

180.Tag: Vadillo Castril-Villanueva de las Torres

14. November 2018:

In der kalten Nacht wurden wir von Wildschweinen geweckt, die unser Zelt auskundschafteten. In der Nacht legte der Wind um ein paar Stufen zu und es regnete konstant. Während dem Aufbrechen am Morgen hielt ein Auto der Parkwächter und es wurde uns mitgeteilt, dass es nicht erlaubt sei wild zu campen und wir nächstes Mal eine Busse kriegen würden. Auf dem Weg vom Pass runter auf die Asphaltstrasse wurden wir während einer Stunde so richtig durchgeschüttelt und vom Dreck vollgespritzt.

In Pozo Alcon wärmten wir uns in einem Restaurant auf. Danach fuhren wir durch unendlich scheinende Olivenplantagen. Spanien ist bekannt für Olivenexporte, welche mehr als 30% des weltweiten Bedarfs abdecken.

Die Hügel und Berge um uns herum waren in der Farbenvielfalt kaum zu übertreffen. Nach einem Stück in einem Tal, kamen wir zurück auf eine Asphaltstrasse und erreichten bald ein kleines Dorf. Dort mussten wir einige Minuten warten bis der Supermarktbesitzer aus der Siesta zurückkam und wir konnten unser Nachtessen einkaufen. Auf dem Dorfplatz versuchten wir mit ein paar älteren Einheimischen Männern ins Gespräch zu kommen. Mit Händen und Füssen erklärte uns einer der Dorfbewohner, er sei mit einem Lastwagen in Interlaken gewesen. Kurz darauf zeigte er uns ein leerstehendes Haus, übergab uns innerhalb von ein paar Minuten die Schlüssel und verabschiedete sich wieder.

179.Tag: El Tranca-Vadillo Castril

13. November 2018:

Die ersten paar Kilometer im Nadelwald entlang des Stausees, sah die Umgebung aufgrund der Nebelschwaden sehr mystisch aus. Bald einmal drückte die Sonne durch die Nebelschicht und wir sahen die umliegenden Berggipfel. Im letzten Dorf für die nächsten 80km kauften wir Lebensmittel für ungefähr zwei Tage. Danach stieg die Strasse stetig an und wir erreichten die Abzweigung, bei welcher wir auf eine schmale Nebenstrasse abbogen, die über den Bergpass führte. Schon nach einigen Kilometern löste eine Kiesstrasse die Asphaltstrasse ab und wir erreichten nach ungefähr einer Stunde die Quelle des Flusses Guadalquivir. Beim Ursprung des fünftlängsten Flusses Spaniens, legten wir unsere Mittagspause ein, bevor wir die letzten Kilometer zur Passhöhe hinter uns brachten. Der Aufstieg auf der mit kleinen und grossen Steinen gespickten Piste, lohnte sich wegen dem Ausblick auf die umliegenden Felsformationen und Gipfel. Den ganzen Tag über sahen wir Füchse, Rothirsche, Gämsen und Rehe auf und neben der Strasse. Unser Zelt platzierten wir auf 1’800m und somit dem höchsten Punkt der Strasse und ebenfalls auf dieser Reise.

178.Tag: Molinicos-El Tranca

12. November 2018:

Gleich zu Beginn des Tages ging es fast 300m hoch, entlang einer schönen Nebenstrasse. Nach ein paar Kilometern auf der Hauptstrasse bogen wir ab in Richtung des Naturparks Sierras de Cazorla. Es folgte eine Passüberquerung auf mehr als 1’100m. Danach fuhren wir in ein Tal voller Olivenbäume. Die felsigen Gipfel oberhalb des Olivenanbaus, wiesen schöne Formen auf und verleihen dem Landschaftsbild ein gewisses Etwas. Schon von Weitem konnte man das auf einem Felsen, weit über der Talsohle gebaute Dorf Hornos sehen.

Kurz vor dem Erreichen des El Tranco de Beas Stausees, wollten wir Lebensmittel einkaufen und bekamen diese trotz «Siesta», da wir energisch darum baten. Oberhalb des Stausees fanden wir einen schön gelegenen Rastplatz und entschieden uns dort zu bleiben.

177.Tag: Jumilla-Molinicos

11. November 2018:

Bei warmen Wetter und stahlblauem Himmel fuhren wir durch das hügelige, sehr trockene Inland Spaniens. Über Warmshowers hatten wir eine Unterkunft in Molinicos bekommen und freuten uns darum auf eine Dusche. Angekommen im kleinen Dorf, wurden wir von der Schwester von Pedro herzlich empfangen, da Pedro zurzeit gerade in den Philippinen auf Reisen ist. Aufgrund der üblichen Sprachbarriere wurde die Schwester von einer jungen Übersetzerin aus dem Dorf und vielen Kindern inklusive Mutter begleitet. Uns wurde das Haus gezeigt und mit vollem vertrauen die Schlüssel übergeben. Seit wir die touristische Mittelmeerküste verlassen haben, erleben wir die spanische Gastfreundschaft täglich. So kam es, dass etwas später ein uns fremder Mann anklopfte und Paella vorbeibrachte. Am Nachmittag genossen wir die Ruhe im Dorf und erholten uns von den vielen Höhenmetern.

176.Tag: Bocairent-Jumilla

10. November 2018:

Vor dem Losfahren gab uns Alberto eine kurze Führung durch die kleine Olivenölfabrik, die sich seit Jahrhunderten in Familienbesitz befindet. Das hochqualitative Olivenöl wird direkt nach Japan exportiert, wo das Produkt schon mehrere Preise gewinnen konnte. Am heutigen Tag startet die zweiwöchige Produktionsphase des kostbaren Lebensmittels.

Trotz starkem Gegenwind kamen wir gut voran und erreichten das Hochplateau kurz vor Villena. Nach einer kurzen Pause hängten wir uns an eine kleine Gruppe Rennradfahrer an, um vom Windschatten zu profitieren. Nach einigen Kilometern kamen wir ins Gespräch und José, einer der Männer, lud uns zu sich nach Hause ein. Trotz mangelnder Englischkenntnisse auf der einen Seite und der Tatsache, dass uns alles Spanisch vorkam, konnten wir irgendwie kommunizieren. Jose offerierte uns einen Schlafplatz und das Haus um zu duschen und kochen. Wir kochten uns einen Teller Pasta und lehnten die Übernachtungsgelegenheit dankend ab, da wir noch ein bisschen weiterfahren wollten. Nach etwa zwei Stunden kam Jose zurück von seinem Mittagessen mit seinem Vater und wir verabschiedeten uns vom begeisterten Tourenfahrer, der selber schon von Spanien zum Nordkap gefahren ist. In Jumilla lernten wir beim Einkaufen einen Ghanaer kennen, der uns versprach Kontakte aus seiner Heimat weiterzuleiten. Seit längerem schliefen wir wiedermal in unserem Zelt, neben einer Olivenplantage.

175.Tag: Cullera-Bocairent

9. November 2018:

Vom einem Rettungshelikopter geweckt, frühstückten wir auf der Terrasse mit Meerblick und genossen die Aussicht. Nachdem wir die letzten Tage der Mittelmeerküste Spaniens gefolgt waren, verliessen wir diese heute Richtung Inland. Dies bedeutete, dass unsere Bergfähigkeiten wiedermal gefragt wurden. Die Tipps von Martin und Elsa führten uns durch schöne Täler mit Mandarinen-, Orangen-, Kirschen- und Olivenplantagen. Elsa gab uns am Abend zuvor den Kontakt von Juan, der in Bocairent Olivenplantagen hat. Wir kontaktieren Juan und er leitete uns an seinen Sohn Alberto weiter, der uns nach unserer Ankunft zur Olivenölfabrik seiner Familie führte. Dort durften wir übernachten und konnten sogar ein Feuer im Kamin entfachen.

174.Tag: Valencia-Cullera

8. November 2018:

Begleitet von Valentin und Ona, der Hündin unserer Hosts, verliessen wir Valencia im trockengelegten Flussbett und erreichten bald den Hafen. Kurz danach überquerten wir den Fluss Turia und fuhren zum Strand. An der Strandpromenade folgten wir dem Fahrradweg und Ona begleitete uns für ein Stück zu Fuss anstatt im Anhänger. Vor Cullera fuhren wir an einem See vorbei, in welchem zu unserem Erstaunen Reis angepflanzt wird. Dieser Reis wird für die Zubereitung der lokalen Paella verwendet. Nach Ankunft in der Ferienresidenz von Elsa’s Mutter, genossen wir die schöne Aussicht auf das Meer und die umliegenden Berge.

172.- 173.Tag: Pausentage- Valencia

6.- 7. November 2018:

Elsa gab uns gleich am ersten Morgen in Valencia eine kurze Stadtführung, um uns einen Überblick der Hauptstadt der autonomen Valencianischen Gemeinschaft und der Provinz Valencia zu verschaffen. Danach bestiegen wir den Turm der Kathedrale von Valencia, um die schöne Aussicht zu bewundern. Nach einer Stärkung genossen wir eine Sportmassage, gesponserte durch eine aufmerksame Zuhörerin des Radio Interviews. Gerne nehmen wir weitere Spenden entgegen für eine Massage oder andere Wohltaten.

Neben Paella ist die Stadt auch bekannt durch die jährliche Feier «Falles», bei welcher bis zu 30 Meter hohe Figuren aus diversen Materialien an Umzügen durch die Stadt teilnehmen. Die Stadt liegt an der Mündung des Flusses Turia, welcher aufgrund verheerender Überschwemmungen um die Stadt geleitet wurde. Nach dem Tod des Diktators Franco wurde anstatt einer geplanten Autobahn, ein zentraler Stadtpark im trockengelegten Flussbett geschaffen.

Elsa begleitete uns zu einem Fahrradladen ihres Vertrauens, um uns zu helfen ein paar Dinge betreffend unseren Fahrrädern abzuklären. Tomàs von Bicitaller schaute unsere Fahrräder an und sagte uns, was wir vor Afrika ersetzten sollten und gab uns sogleich einen Kontakt in Sevilla an, wo wir die Komponenten im Voraus hinbestellen können. Auf dem Rückweg probierten wir die regionale Spezialität «Horchata de Chufa» ein Erfrischungsgetränk aus Erdmandeln, welches traditionell mit «Fartons» ein längliches Hefe-Gebäck serviert wird. An unserem letzten Abend mit unseren Warmshowers Gastgebern, verbrachten wir einen schönen Abend mit Martin, dem Vater von Elsa. Er konnte uns einige Tipps betreffend unserer Route durch Spanien geben, da er selber begeisterter Tourenfahrer ist.

171.Tag: Llano de la Torre- Valencia

5. November 2018:

Direkt am Morgen überquerten wir einen kleineren Bach und durften nach längerer Zeit wiedermal unsere Fahrfähigkeiten auf einer Kiesstrasse unter Beweis stellen. Die Strassen waren stets von verschiedenen Obstplantagen umzingelt und weckten immer wieder unsere Lust nach frischen Früchten. Am frühen Nachmittag erreichten wir Valencia und wurden von Valentin und Elsa herzlich empfangen. Nach einer Dusche wurden wir auch gleich noch bekocht und hatten einen geselligen Abend.