Finnland

26. Mai- 28. Mai 2019:

In Finnland genossen wir unseren ersten Pausentag seit dem Nordkap. Von unseren Gastgebern Gareth und Elina willkommen geheissen, bezogen wir den warmen, windgeschützten Campingwagen, den wir zur Verfügung gestellt bekamen. Zum Nachtessen kochte uns das sehr gesellige Paar ein typisch finnisches Gericht, Rentierfleisch mit Kartoffelstock – es schmeckte hervorragend. Am späteren Abend kuschelten wir uns im gemütlichen Wohnwagen ein und beobachteten den draussen vorherrschenden Schneefall durch die kleinen Fenster. Am folgenden Tag konnten wir uns von den Anstrengungen der letzten Tage erholen, Kleider waschen und unseren Fahrräder eine «Veloküre» verpassen.

Das Dorf Kilpisjärvi ist die westlichste Siedlung in Finnland und der kälteste Ort in Kontinentaleuropa zur Sommerzeit. Viele Touristen aus aller Welt bestaunen hier die Polarlichter, unternehmen Skitouren oder wandern in den lokalen Bergen.

Anschliessend radelten wir an der finnisch-schwedischen Grenze Richtung Karesuando. Gleich zu Beginn kreuzten wir abermals die Wege mit Rentieren. Dabei ist uns sofort aufgefallen, dass die Tiere in dieser Gegend um einiges grösser sind als noch im hohen Norden. Die Landschaft und das Klima änderte sich schnell von karg und kalt zu grün und schwül-warm, je mehr wir an Höhe verloren. Je weiter wir fuhren, desto weniger waren die Seen um uns herum gefroren und Bäume säumten die Strassen. Im Gegensatz zu den anstrengenden Tagen in Norwegen ging es ohne Wind und grosse Anstiege viel einfacher und wir konnten nebeneinander fahren und quatschen.

Zwischen Kilpisjärvi und dem Grenzort liegen 110 km schnurgerader Strasse mit nur ein paar wenigen Kurven und Siedlungen. Im Vorfeld entschieden wir uns, anstatt Finnland länger zu bereisen, Schweden komplett von Norden bis Süden zu durchfahren. Somit war unser Eindruck vom Land der Saunas eher kurz, jedoch interessant und landschaftlich speziell.

Nach der zeremoniellen Überquerung der Grenze campierten wir im nahegelegenen Föhrenwald. Zu unserer Enttäuschung besuchten uns auch schon die ersten skandinavischen Moskitos an der Zeltwand.