Yaoundé- Grenze Gabun

(Last Updated On: Dezember 13, 2019)

5. Dezember – 9. Dezember 2019:

Am Nachmittag verliessen wir den Luxus wieder und befuhren die chaotischen Strassen von Yaoundé, um aus der Stadt zu kommen. Kaum aus der Stadt, sahen wir schon üppigen Regenwald hinter den Dörfern und es wurde definitiv ländlicher.

Nachdem wir auch die Rechtskurve erfolgreich hinter uns gebracht haben, geht es jetzt «nur» noch südwärts. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir bald in Südafrika angekommen!

Kamerun liegt mit dem hohen Alkoholkonsum an der Spitze in Afrika. Bereits in Nigeria wurden wir darauf aufmerksam gemacht und sahen das Ausmass jeden Tag seit wir Kamerun betraten. Immer wieder sahen wir schon vor 10 Uhr morgens Männer schwankend herumlaufen. Mehrmals wurden wir gefragt, ob wir zum Frühstück Palmwein trinken möchten oder Bier. In allen Bars und Restaurants sitzen Männer und Frauen und trinken Bier, was für uns ein komplett neues Bild darstellte.

In den letzten Jahren überboten sich die verschiedenen Kamerunischen Brauereien mit Gewinnspielen und man konnte ganz viele Dinge gewinnen. Es kam sogar soweit, dass die Bierverschlüsse, auf welchen die Preise veröffentlicht wurden, als inoffizielle Währung fungierten. Sogar die Polizei akzeptiere die Metallteile als Bestechungsmittel.

Seit Yaoundé gibt es fast keinen Platz, um unser Zelt aufzustellen. Entweder sind wir im Dschungel oder in einem Dorf. Darum fragten wir ein paar palmweintrinkende Männer, die uns beim Vorbeifahren freundlich zuwinkten, ob wir irgendwo unser Zelt aufstellen können. Wie so oft wurde uns gleich ein Zimmer offeriert. Der Vater gab sein Zimmer für uns auf und schlief dafür im Kinderzimmer. Als Konsequenz mussten die Kinder auf den Sofas im Wohnzimmer schlafen.

Am späteren Vormittag verliessen wir die nette Familie und ihre zahlreichen Kinder gut gestärkt wieder. Stundenlang fuhren wir durch Wälder, welche durch die hier typischen Bäume geprägt werden, die bis auf die Baumkrone keine Äste tragen. Nach einigen Dörfern ohne Essensmöglichkeit, fragten wir ein paar Leute, wo es eine Garküche gibt. Nach kurzer Diskussion lud uns einer der Männer ein, ihm zu folgen. Etwa hundert Meter weg von der Hauptstrasse fand eine Hochzeit statt. Schnell servierte man uns ein Gericht und lud uns ein, an der Hochzeit teilzunehmen.

Schlussendlich entschieden wir uns in diesem Dorf zu übernachten. Leider ging unser Plan mit dem wild campen nicht ganz auf, da es immer wieder sintflutartig regnete. Das ganze Hochzeitsareal glich einem Fussballplatz nach zehn Spielen mit ununterbrochenem Regen. Die Gäste liessen sich jedoch die Party nicht entgehen und feierten die ganze Nacht mit extrem lauter Musik. Unser improvisierter Schlafplatz war eher grenzwertig, aber für eine Nacht musste es reichen. Ein zugemüllter, stinkender Schuppen wurde grob aufgeräumt und wir verbrachten eine unruhige Nacht im leider auch undichten Hüttchen.

Der starke Regen in der Nacht erinnerte uns, dass wir uns dem Äquator nähern und somit keine strikte Regenzeit mehr existiert. Die trinkfreudigen Gäste waren bereits wieder in bester Feierlaune als wir uns morgens verabschiedeten.

Müde und um eine neue Erfahrung reicher, pedalten wir über die hüglige Strasse. Die Dörfer wurden immer kleiner und der Verkehr nahm stetig ab.

Wir folgten einem Waldweg und fanden wirklich einen geeigneten Platz für unser Zelt, inmitten des Dschungels. Ein paar Kinder sahen uns abbiegen und besuchten unser Schlafplatz. Sie schauten uns gespannt zu und spielten Musik auf ihrem alten Handy ab. Nach etwa einer Stunde sagten wir ihnen, dass wir ein wenig Ruhe möchten und sie verliessen erstaunlich brav den Wald wieder in Richtung ihres Dorfes.

Dachten wir…Nach ein paar Minuten kehrten die Jungs zurück mit drei Avocados, die sie irgendwo im Wald gepflückt hatten. Sie fragten sogar noch ob wir Mais mögen und wir sagten ja, aber erwähnten auch, dass wir Essen bei uns haben. Eine Stunde später kamen die vier Burschen zurück und brachten uns fünf rohe Maiskolben. Immer wieder werden wir überrascht wie gastfreundlich die Leute in Afrika sind.

In ganz Kamerun mussten wir nie unseren Pass zeigen, ausser bei der Einreise und natürlich bei der Ausreise. Dies zeigt die markanten Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern in dieser Gegend, denn beispielsweise im Südwesten des Landes ist die Sicherheitslage momentan prekär.

Bei einer Kreuzung liess uns ein netter Restaurantmitarbeiter unsere Maiskolben auf den Grill schmeissen und wir teilten den leckeren Snack mit ihm. Ursprünglich hatten wir geplant auch das kleine vom Öl verwöhnte Land Äquatorialguinea zu durchreisen. Die immensen Visumskosten von 300 Euro für einen Monat schreckten uns jedoch ab und wir entschieden uns das Land auszulassen.

Unsere letzte Nacht durften wir direkt an der Grenze bei einer netten Familie, welche ein Restaurant besitzt verbringen.

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