196.Tag: Tanger-Amsa

30. November 2018:

Bei mässigem Regenfall verabschiedeten wir uns von Muyi und verliessen Tanger in Richtung Osten. Schon beim ersten grosser Kreisel mit nicht weniger als sechs Spuren, realisierten wir die komplett andere Fahrweise im Nordafrikanischen Land. Autos fuhren kreuz und quer von einer Spur auf die anderen und wir gaben uns Mühe möglichst schnell aus dem Chaos herauszukommen. Tètouan besitzt einer der beiden wichtigsten Häfen Marokkos am Mittelmeer und war unsere nächste Station. Bei Süssgebäck und marokkanischem Minzen Tee, welcher auch «Whisky de Berber» genannt wird, erholten wir uns von der regenreichen Fahrt. Kurz vor Amsa erreichten wir das Mittelmeer und die Wolken verzogen sich langsam, so dass blauer Himmel zum Vorschein kam. Bei einem Aussichtspunkt kamen wir mit Hassan und seinem Freund ins Gespräch. Die beiden meinten wir können gerne bei Ihnen im Garten campen und sie wollen nur ein bisschen quatschen. Bei einem Tee stellte sich heraus, dass sie auch noch Geschäfte mit lokalen «Kräutern» machen wollten, welche wir dankend ablehnten. Wir hatten nette Gespräche und erzählten von unserer bisherigen Reise und unserer geplanten Route durch Afrika.

195.Tag: Pausentag- Tanger

29. November 2018:

Nach einem marokkanischen Haarschnitt, begaben wir uns in das Zentrum der ersten Millionenstadt in Afrika. Auf dem Weg besorgten wir uns lokale SIM-Karten und bezogen Marokkanische Dirham am Bankomaten. Muyi zeigte uns die Altstadt, welche in Nordafrika auch Medina genannt wird, was auf Arabisch so viel wie Stadt bedeutet. Wir genossen die komplett neue, mit Leben erfüllte Atmosphäre und tauchten in das Marktleben ein. Bei einem Schneider beispielsweise flickten wir den kaputten Pullover von Fabian. Am Abend gingen wir mit Muyi in ein Bistro und genossen die Marokkanische Küche und probierten sogar ein lokales Bier.

194.Tag: Taraguilla-Tanger

28. November 2018:

Wir verliessen die Garage und fuhren an Algeciras vorbei, über zwei Pässe runter nach Tarifa. Von den Hügeln hatten wir einen schönen Blick auf die Küste Marokkos und Gibraltar. Tarifa ist die am südlichsten gelegene Stadt des europäischen Festlands und weist die geringste Distanz zum afrikanischen Kontinent auf. Am windgeschützten Strand schwammen wir seit langem wiedermal im Meer und genossen die warmen Temperaturen. Am Abend nahmen wir die Fähre nach Tanger und erreichten die Grossstadt in der Dunkelheit. Nach nur wenigen Kilometern erreichten wir den Wohnblock unserer Gastgeberin Muyi, welche seit mehreren Jahren in Marokko wohnt.

193.Tag: Jimena de la Frontera-Taraguilla

27. November 2018:

Auf dem Weg in Richtung Gibraltar begegneten uns viele Rennradfahrer und grüssten uns wie immer freundlich auf mit «Hola» oder «Buenos». Im Ort Taraguilla fragten wir bei einem «Hostal» ob wir unser Gepäck irgendwo deponieren können, da wir dieses nicht bräuchten für einen Besuch des britischen Überseegebietes. Der Besitzer zeigte uns eine riesige Garage und meinte das sei kein Problem. Nachdem er uns auch sagte, es sei einfacher mit dem Bus nach Gibraltar zu kommen, liessen wir die Räder auch gleich dort. Nach der Überquerung der Grenze (mit neuem Stempel im Pass) überquerten wir das Flugfeld, das wenig später für den gesamten Verkehr gesperrt wurde und einem Kleinflugzeug der British Airways Platz machte. Es handelt dabei um den einzigen Flughafen, bei welchem die Landebahn von einer vierspurigen Strasse gekreuzt wird. Nachdem wir das Stadtzentrum durchquert hatten, nahmen wir die 400m zum Affenfelsen auf uns. Kaum oben angekommen, sahen wir auch schon viele der Berberaffen, auch Magoten genannt. Vom höchsten Punkt sahen wir unseren nächsten Kontinent: Afrika!

Die einzigen freilebenden Affen in Europa liessen wir nach einem Eis und einem Bier hinter uns und nahmen wieder den Bus zurück zu unseren Rädern. Als wir den Besitzer des Hostals fragten, ob er einen Garten zum Campieren hat, meinte er wir sollen doch gleich in der Garage übernachten. Wir fanden den Vorschlag gut und richteten unser Nachtlager ein.

192.Tag: Cadiz-Jimena de la Frontera

26. November 2018:

Wir verliessen Cadiz bei Sonnenschein und profitierten die ersten Kilometer von Rückenwind. Umgeben von Sumpflandschaft bewegten wir uns in Richtung Norden, um bald den Naturpark Los Alcornocales zu erreichen. In diesem Naturpark befinden sich die grössten Korkeichenwälder der Iberischen Halbinsel. Die Korkernte erfolgt normalerweise alle neun bis zwölf Jahre, dies kann jedoch von Region zu Region variieren. Kaum hatten wir die Wälder des Naturparks erreicht, stieg die Strasse stetig an und wir wurden auf Neue gefordert. Als wir den höchsten Punkt erreicht hatten, wurden wir mit einer beeindruckenden Aussicht auf die umliegenden Hügel und Wälder belohnt. Ausserdem sahen wir immer wieder Adler und andere Greifvögel über unseren Köpfen kreisen. Bevor wir die durch den Regen der letzten Tage extrem feuchte und dadurch grüne Gegend wieder verliessen, fuhren wir einem schönen Fluss entlang und beobachteten den Sonnenuntergang.

191.Tag: Pausentag: Cadiz

25. November 2018:

Bevor wir in die Altstadt des Hafenortes liefen, buchten wir die Fähre von Tarifa nach Tangier und kontaktierten verschiedene Einheimische in den nächsten grösseren Städten bezüglich Übernachtungsmöglichkeiten. Bei starkem Wind liefen wir dem langen Strand entlang bis zum Stadttor, welches den Eingang zur Altstadt markiert. Das kleine, sehr verwinkelte Zentrum wird durch viele kleine Restaurants und Bars geprägt. Viele der älteren Gebäude sind mit Korallen und Muscheln versehenen Steinen gebaut und sind interessant aus der Nähe anzuschauen. Am Abend kochten wir für unsere Hosts «Älplermagronen» und lernten viel Neues über Südspanien und Cadiz.

190.Tag: Adriano-Cadiz

24. November 2018:

Während dem Frühstücken fuhren zwei Jungs mit ihren Fahrrädern an uns vorbei und wir grüssten uns gegenseitig. Einige Zeit später kamen die beiden zurück und fragten uns etwas, wie meistens verstanden wir nicht viel und gaben ihnen eine unserer Visitenkarte. Zurück kamen ein Dutzend Bonbons, welches die beiden in der Zwischenzeit wohl zuhause geholt hatten.

Das flache Gelände kam uns nach den vielen Tagen in den Bergen ein wenig speziell vor und wir vermissten die Weitsicht. Auf dem Weg nach Cadiz waren wir erstaunt, wie viele Baumwollplantagen sich in der Region befinden. Ebenfalls sahen wir wiedermal eine Schweinezucht und viele Störche die ihr Winterquartier im Süden bereits eingerichtet haben. Um die Halbinsel, auf welcher sich Cadiz befindet, zu erreichen, gibt es zwei Brücken und einen Zugang weiter südlich. Unwissend über das Fahrradverbot, standen wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit vor der einem Verbotsschild und diskutierten ob wir eine Busse riskieren sollten oder lieber 30km um die Bucht radeln. Wir entschieden uns für die bequemere Variante. So nahmen die vier Kilometer lange Brücke und erreichten die andere Seite ohne Probleme. Kurz darauf wurden wir von unseren Gastgebern Nacho und Cristina herzlich empfangen. Am späteren Abend trafen wir Freunde von den beiden und liessen uns die lokalen Gerichte vorführen. Der frittierte Hai mit Zitronensaft schmeckte uns besonders gut.

 

189.Tag: Sevilla-Adriano

23. November 2018:

Tinu hat uns ein Solarpanel gesponsert, mit welchem wir unsere elektronischen Geräte zukünftig mit Sonnenenergie laden können. Der Solarenergie-Experte besorgte uns ein leichtes, kompaktes Gerät für unsere Reise durch Afrika. Besten Dank dafür! Nach dem gemeinsamen Frühstück, verabschiedeten wir Katja und Tinu wieder und fuhren direkt zurück zum Fahrradladen. Jorge hatte bereits das gesamte Material organisiert und konnte nun noch einen Expertenblick auf unser Transportmittel werfen. Er zeigte uns ein paar wichtige Tricks für die Weiterfahrt und sägte ein Teil der Schutzblechbefestigung ab, damit wir mehr Platz zwischen Reifen und Schutzblech haben. In letzter Zeit hatten wir auf Kiesstrassen vermehrt Probleme, dass Schmutz an dieser extrem engen Stelle hängen blieb und das Rad blockierte. Unsere Shoppingliste beinhaltete: 4 Ketten, 2 Kassetten, 2 Ersatzreifen, 1 Ersatzscheibenbremse und eine neue Pumpe. Jorge war so begeistert von unserer Reise und glücklich uns helfen zu dürfen, dass er uns die gesamte Arbeit, den Service, mehrere Bremsklötze, Kettenöl, Fahrradreiniger und eine Kettenlehre schenkte.

Wir möchten uns nochmals herzlich für die Grosszügigkeit bedanken!

Am Nachmittag verliessen wir Sevilla und kreuzten endlich wiedermal einen Tourenfahrer. Nach dem Gespräch mit dem russischen Fahrradfahrer, fanden wir nach dem Dorf Adriano einen Platz für die Nacht neben einem Kakteenzaun.

 

188.Tag: Pausentag- Sevilla

22. November 2018:

Nachdem wir bei dem Fahrradgeschäft vorbeigingen, mit welchem wir in Valencia bereits in Kontakt waren und alles Material organisieren liessen, schlossen wir uns einer Free Walking Tour an. Der immer stärker werdende Regen liess uns die Tour abbrechen und in ein Restaurant flüchten. Sevilla ist eine der heissesten und regenärmsten Städte Europas und hat im Jahresmittel nur 50 Regentage. Die Wahrscheinlichkeit war dieses Mal nicht auf unserer Seite und wir hielten uns den Rest des Tages eher drinnen auf. Am Abend präparierten wir einen ausführlichen Aperitif und hatten einen gemütlichen Abend.

187.Tag: Montecorto-Sevilla

21. November 2018:

Der Regen liess auch in der Nacht nicht nach und begleitete uns den ganzen Tag über bis Sevilla. Nachdem wir die hügelige Gegend hinter uns liessen, wurden die Strassen immer flacher und die zu bewältigenden Höhenmeter hielten sich in Grenzen. Die meiste Zeit des Tages fuhren wir auf dem Pannenstreifen einer nicht viel befahreneren Hauptstrasse. Bei einer Tankstelle legten wir eine Pause ein und stärkten uns mit Monster Energiegetränken und aufgebackenen Pizzas. Der Betreiber des Ladens hatte Mitleid mit uns und gab uns zur Motivation einen Kleber für unsere Fahrräder. Endlich in der viertgrössten Stadt Spaniens angekommen, warteten schon Fabians Schwester Katja und ihr Freund Tinu im Hostel auf uns. Bei einem feuchtfröhlichen Abend, lernten wir auch wie man richtig Bier bestellt in Spanien: «cuatro Sevillas por favor».