263.Tag: Pausentag: Praia-Mindelo

5. Februar 2019:

Die Ferien während unseren Ferien starteten mit einer frühen Tagwache um den ersten Inlandflug nach São Vincente zu erwischen. Einen kurzen Flug und eine eher teure Taxifahrt später erreichten wir unsere luxuriöse Unterkunft mit zwei Schlafzimmer inklusive eigener Dusche. Nach den letzten Wochen ohne jeglichen Luxus kam dieser Wechsel wie gerufen. Zu Fuss erreichten wir die Festung, um von dort die Aussicht zu geniessen. Trotz des starken Windes gab es ein paar Fotos, bevor wir in der Stadt ein leckeres Abendessen verschlangen.

262.Tag: Pausentag: Dakar-Praia

4. Februar 2019:

Der Wasserunterbruch im Grossraum Dakar hielt weiterhin an und somit musste die Körperhygiene weiter nach hinten verschoben werden. Wir packten unsere kleinen Rucksäcke für die kommenden zwei Wochen auf Kapverden und machten uns mit voller Vorfreude auf zum Flughafen. Fabians Eltern werden gemeinsam mit uns die ehemalige portugiesische Kolonie bereisen. Der erste Flug seit über acht Monaten stand an und wir fühlten uns nicht wirklich wohl dabei. Am Flughafen sahen wir seit langem wieder einmal überteuerte Produkte und regten uns über mühsame Europäische Touristen auf.

Vor der Landung sahen wir bereits die ersten Berggipfel der hügligen Inseln, welche unser Wanderherz höherschlagen liess. In der luxuriösen Unterkunft wurden wir bereits von Fabians Eltern Lilo und Peter empfangen und liessen es uns in einem nahegelegenen Restaurant gutgehen. Zum Glück hatte Praia kein Wasserproblem und wir konnten endlich wiedermal eine Dusche wie Zuhause geniessen.

261.Tag: Pausentag: Dakar

3. Februar 2019:

Nach einem ausgiebigen Frühstück tauschten wir die letzten Gegenstände mit Adrians Eltern aus, die wir nach Hause geben wollten. Ausserdem brachten sie einige Ersatzmaterialien für unsere Weiterfahrt in Westafrika.

Danach liefen wir zum Leuchtturm der unweit der Unterkunft auf einem Hügel liegt. Von dort konnten wir die Halbinsel, auf der sich Dakar befindet, gut überschauen. Anschliessend begaben wir uns zu einer grossen Moschee, die nahe am Meer gebaut wurde. Sogar am Sonntag waren viele Fischer am Strand mit verschiedenen Arbeiten beschäftigt. Einige zerlegten frisch gefangene Fische, andere reparierten eifrig die Fischernetze für den nächsten Tag. Auf dem Rückweg gönnten wir uns ein Bier mit Sicht auf den Sandstrand. Am Abend verliessen Rita und André den Senegal nach elf Tagen wieder in Richtung kalte Schweiz. Die letzten paar Tage waren sehr interessant und wir durften viele schöne Orte des Landes zu viert erleben.

260.Tag: Pausentag: Nguerigne-Dakar

2. Februar 2019:

Zum Frühstück gab es eine köstliche, frisch zubereitete Sardinenpaste mit Baguette. Eine weitere köstliche Mahlzeit mit Fisch und Reis wurde uns von der authentischen und aufgeweckten Familie serviert, bevor wir uns in Richtung Dakar verabschiedeten. Auf dem Weg wechselten wir mehrmals die Transportmittel und schafften es zu einem Spottpreis für über vier Stunden zu reisen. Sobald wir die Vororte Dakars erreichten nahm der Verkehr stetig zu und bald sassen wir im hupenden, qualmenden und gefährlichen Stau fest. Plötzlich sahen wir unweit von der Strasse eine Strassenschlaft, bei welcher sich zwei Gruppen mit Steinen und anderen Dingen bewarfen. Man erklärte uns lachend, das sei normal und es handle sich um Fussballfans zweier rivalisierender Teams.

Hungrig und erschöpft erreichten wir Michael und Marie-Julies Wohnung, bei welcher wir alle vier unterkommen konnten. Unsere Freude auf eine «richtige» Dusche seit längerer Zeit wurde schnell gebremst als wir erfuhren, dass die ganze Stadt Dakar über kein fliessendes Wasser verfüge. Gemeinsam gönnten wir uns ein vorzügliches Essen am Meer und rekapitulierten unsere erlebnisreiche Reise.

 

259.Tag: Pausentag: Nguerigne

1.Februar 2019:

Die heissen Temperaturen veranlassten uns nicht zu viel Zeit in der Sonne zu verbringen und den schönen Garten unserer Gastgeber zu geniessen. Trotzdem liefen wir zum Stand, um die touristische Seite des Landes näher zu betrachten. Wie erwartet begegneten uns plötzlich viele Europäer und ein Ferienhaus reihte sich ans Nächste an der Strandpromenade. Einige Fischer hievten ihre schweren Fischerboote zurück an Land und sahen aus als bräuchten sie Verstärkung. Nachdem wir halfen zwei Boote an Land zu schieben, gaben uns die Fischer als Dank einen frischen Fisch. Wir konnten die nette Geste schlecht ablehnen und suchten uns im Sand einen gebrauchten Plastiksack, um den Fisch zu transportieren.

258.Tag: Pausentag: Missira-Nguerigne

31. Januar 2019:

Am Abend zuvor organisierten wir eine Bootsfahrt durch die Mangrovenwälder des Sine-Saloum Nationalparks. Während der Fahrt durch die dichten Wurzeln, konnten wir verschiedene Vögel beobachten.

Wir kehrten dem kleinen Dorf den Rücken und suchten eine Transportmöglichkeit zurück nach Kaolack. Ein Touristenbus und ein im Schneckentempo fahrender Bus führten uns in die Stadt der Erdnüsse. Schnell fanden wir einen «sept places», der uns in Richtung Dakar transportierte. Der fehlende Platz während der Fahrt und die heissen Temperaturen um die 35 Grad steigerten unser Bedürfnis schnell anzukommen.

Abdoulaye und seine Familie empfingen uns herzlich und kochten gleich ein leckeres Abendessen für uns. Die sehr authentische Unterkunft fanden wir über Airbnb und genossen das schöne Zuhause.

257.Tag: Pausentag: Missira

30. Januar 2019:

Bereits am Vorabend bemerkten wir, wie unser Gastgeber uns auf Schritt und Tritt folgte und wir sagten ihm, dass er zu aufdringlich sei. Beleidigt und in seinem Stolz verletzt, hörten wir bis zu unserer Abreise nichts mehr von ihm. Um die Gegend zu erkunden, liefen wir einige Kilometer dem Schwemmgebiet des Sine-Saloum-Deltas entlang und sahen Affen, Krebse und viele Vögel.

Am Nachmittag genossen wir einige kühle Biere im Schatten des ältesten Kapokbaumes Westafrikas. Die Altersbestimmung ergab ein Alter des Baumes von 800 Jahren. Die riesigen Wurzeln und Äste erinnerten an Bilder des Dschungelbuches.

Ein ausgewanderter Guineer, den wir beim Frühstück kennengelernt hatten, kochte uns ein köstliches Abendessen. Der junge Familienvater, der wie viele andere Afrikaner den Traum, nach Europa zu reisen um dort zu arbeiten, verfolgen, erfreute uns mit seinem Humor und seiner Offenheit.

256.Tag: Pausentag: Kongheul-Missira

29. Januar 2019:

Vor der Autorückgabe hatten wir einige Bedenken, da wir nicht den ganzen Staub aus dem Auto entfernen konnten und es doch mehrere Kratzer von den heraushängenden Ästen gab. Der erfolglose Versuch, dem Vermieter die Kosten für den Reifenwechsel und den neuen Ersatzreifen aufzubrummen, endete trotz einer hitzigen Diskussion friedlich. Schlussendlich verkauften wir den am Vortag erworbenen Reifen selber und suchten ein Sammeltaxi südlich in Richtung Gambische Grenze. In Toubacouta wechselten wir auf Motorräder und flitzten auf staubigen Pisten zum kleinen Fischerdorf Missira. Dort bot uns ein Einheimischer seine minimal ausgestattete Hütte als Unterkunft an und kochte uns ein traditionelles Abendessen.

255.Tag: Pausentag: Dar Salam-Koungheul

28. Januar 2019:

Mit einem relativ staubfreien Auto starteten wir die Rückreise nach Kaolack. Unweit unseres Übernachtungsplatzes war uns ein zweiter Parkeingang bekannt und wir fragten uns, ob man dort möglicherweise den Nationalpark gebührenfrei betreten könnte. Die Piste wurde bald vom Fluss Gambia unterbrochen und somit unmöglich passierbar. Auf dem Rückweg zur Hauptstrasse erblickten wir Einheimische, ausgerüstet mit Macheten und einer langen Bambusstange. Schnell stellte sich heraus, dass die Männer hinter den Kokosnüssen und Palmenblättern her sind. Wir gingen davon aus, die lange Stange, inklusive einem Hacken an der Spitze, wird dazu benutzt die Früchte zu ernten. Weit gefehlt! Der Hacken wurde circa 15 Meter in der Palmenkrone verankert und diente als Leiter zur waghalsigen Ernte von Kokosnüssen und Palmblättern.

Nach dem Genuss der erntefrischen Kokosmilch kehrten wir die Hauptstrasse zurück. Plötzlich zehrte uns ein schlagendes Geräusch aus unseren Tagträumen und stellte sich als Reifenpanne heraus. Mit der verbleibenden Luft im Reifen erreichten wir ein sehr kleines, simples Dorf. Kaum ausgestiegen, waren wir vom ganzen Dorf umringt. Ein vorbeireisender Mopedfahrer kam uns sogleich zu Hilfe. Leider wusste niemand wie das Ersatzrad unter dem Auto entfernt werden konnte. Somit mussten wir auf den Mechaniker aus der nächsten Stadt warten und hatten genügend Zeit das Geschehen des einfachen Dorfes zu erleben. Das gegenseitige Interesse ermöglichte unzählige Porträts und Gruppenfotos. Einige Mädels verzogen sich kurzerhand in ihre Hütte und schminkten sich die Lippen mit einer roten Frucht.

Infolge der Panne fuhren wir in die Nacht hinein und schliefen in der erstbesten Unterkunft, auch wenn kein fliessendes Wasser und Strom vorhanden waren. Die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes, nicht in der Nacht zu fahren, sind nicht unbegründet. Viel Verkehr mit ungenügender bis hin zu keiner Autobeleuchtung und fehlenden Strassenlaternen machte die Fahrt zu einer regelrechten Tortur.

254.Tag: Pausentag: Dar Salam

27. Januar 2019:

Wir bezahlten den Eintritt des Parks für uns vier, das Auto und den obligatorischen Parkführer. Zuerst fuhren wir in Richtung des Flusses Gambia, welcher lange nicht so viel Wasser führt wie zur Regenzeit. Auf dem Weg sahen wir bereits die ersten Antilopen-Arten und Warzenschweine. Viele bunte Vögel sassen auf den Ästen und flogen über unsere Köpfe. Wir fühlten uns wie in einem typischen Safarifilm, bei dem Weisse mit Funktionskleidung mit Einheimischen deren Land entdecken. Bei der Mittagspause sahen wir am anderen Ufer des Flusses sogar ein Krokodil und viele Affen tummelten um die traditionellen Strohhäuser. Auf den über 100 km, teils sehr schwierig zu befahrenen Pisten, haben wir eine enorme Abwechslung erlebt; mal fuhren wir entlang von dichten Bambuswäldern, mal mitten durch ein rauchendes Buschfeuer und plötzlich war die ganze Umgebung im tiefgrünen Kleid, weil der Gambia-River in der Nähe war. Am Ende des Tages waren wir erschöpft aber glücklich von den vielen naturnahen Eindrücken und legten uns wie in der Nacht zuvor in das Bett der kleinen Hütte mit Strohdach.