84.-86.Tag: Pauentage-Brüssel

10.-12. August 2018:

Um die Hauptstadt Belgiens kennenzulernen, schlossen wir uns der Free Walking Tour an. Am meisten beeindruckte uns der Grand Place inmitten der Stadt, welcher eindeutig zu den schönsten Plätzen Europas zählt. Den speziellen belgischen Humor erkennt man beim Betrachten des urinierenden Knabens als Brunnenfigur (genannt Manneken Pis), der als Wahrzeichen der Stadt gilt.

Am Abend feierten wir Fabians 30. Geburtstag mit seinen Eltern in einem typisch belgischen Restaurant und genossen verschiedene kulinarische Gerichte. Als Highlight des Tages überraschten Daniel, Florian, Raphael, Roger und Roland (gute Freunde aus der Schweiz) das Geburtstagskind. Die Geburtstagsfeier zog sich bis in die Morgenstunden weiter und wir genossen das köstliche belgische Bier in seiner riesigen Mannigfaltigkeit.

Am nächsten Tag fuhren wir mit der Metro zu den Verwaltungsgebäuden der Europäischen Union, die den Hauptsitz in Brüssel hat. Am Abend besuchten uns Adrians Eltern, welche auf der Durchreise sind. Zusammen assen wir in der Innenstadt und verweilten im lebendigen Kern bis nach Mitternacht.

Am letzten Tag in Brüssel stiegen wir in einen Touristenbus, der uns durch die Stadt führte und weitere wichtige Sehenswürdigkeiten präsentierte. Beim Atomium, ein Überbleibsel der Expo 1958 und mittlerweile mehr als ein Wahrzeichen der Stadt, verpflegten wir uns. Die 102m hohe, imposante Konstruktion repräsentiert ein Milliardenfach vergrössertes Kristallmodell des Elementes Eisen.

Das Wochenende in Brüssel verging wie im Nu. Wir genossen die vielen Besuche aus der Schweiz sehr!

83. Tag: Nispeln-Brüssel

9. August 2018:

Vor der Abfahrt vom Bauernhof zeigte uns der Landwirt seine automatische Milchanlage und das neugeborene Kalb. Nach weniger als einem Kilometer überquerten wir die Grenze nach Belgien. In Antwerpen, dem weltweit wichtigsten Zentrum für die Verarbeitung und den Handel von Diamanten, assen wir unser Mittagessen. Ausserdem besitzt Antwerpen den zweitgrössten Seehafen Europas. Unter zeitweise starkem Regenfall fuhren wir nach Brüssel, bezogen unser Hostelzimmer und freuten uns auf ein richtiges Bett.

82. Tag: Rotterdam-Nispeln

8. August 2018: 

Gemeinsam mit den Eltern von Fabian fuhren wir durch den Maastunnel, der unter einem Hauptarm des Rhein-Maas-Deltas durchführt. Die Fahrradwege in den Niederlanden sind sehr gut ausgebaut, was sehr eindrücklich ist. Besonders faszinierten uns die Unterführungen für Radfahrer unter Bahnhöfen und Flüssen.

Auf unserem weiteren Weg passierten wir einen weiteren Tunnel und radelten über einen Damm, von welchem wir mehrere Schleusen beobachten konnten. In Roosendaal durften wir einmal mehr von der Grosszügigkeit von Fabians Eltern profitieren und assen eine leckere Mahlzeit im Zentrum. Vielen Dank für das kalorienreiche Sponsoring!

Ein paar wenige Meter vor der belgischen Grenze fragten wir einen Bauern, ob wir auf seinem Feld übernachten dürfen. Der Landwirt zeigte uns sogleich, wo wir unsere Zelte aufbauen dürfen.

 

81. Tag: Pausentag- Rotterdam

7. August 2018:

Um die Mittagszeit trafen wir Fabians Eltern um eine Hafenrundfahrt zu unternehmen. Das Schiff führte uns durch den grössten europäischen Hafen und gab uns einen Eindruck über die immense Grösse des Umschlagplatzes. Die zweitgrösste Stadt der Niederlande wurde im 2. Weltkrieg fast komplett zerstört. Darum ist das Stadtbild durch viele hohe, neue Gebäude geprägt. Am Nachmittag erkundeten wir das einzige Viertel, welches nicht durch den Bombenhagel zerstört wurde und somit noch den ursprünglichen Charakter von Rotterdam vermittelte.

80. Tag: Amsterdam- Rotterdam

6. August 2018:

Nach der Verabschiedung von Reinoud und seinen Mitbewohnern, verliessen wir Amsterdam in Richtung Den Haag. Auf dem Weg nach Den Haag durchquerten wir Leiden, den Geburtsort des weltbekannten Künstlers Rembrandt. In Den Haag, wo sich der Parlaments- und Regierungssitz der Niederlande und des Königreichs der Niederlande befindet, besichtigten wir einige Sehenswürdigkeiten per Fahrrad. Besonders gefiel uns der Sitz des niederländischen Parlaments, der Sitz des internationalen Gerichtshofs und der Haagse Markt. Dieser kunterbunte Markt ist der grösste ständige Wochenmarkt der Niederlande, wenn nicht sogar Europas. Auf den letzten 20km bis zum angesteuerten Campingplatz in Rotterdam durchquerten wir Delft, eine der ältesten niederländischen Städte.

76.- 79. Tag: Pausentage- Amsterdam

2.- 5. August 2018:

Wie schon in Kopenhagen und Hamburg schlossen wir uns einer Stadtführung an. Bei dieser haben wir erfahren, dass die Stadt Amsterdam auf tausenden von Pfählen aufgebaut und diese bis zu 18 Meter tief in den schlickigen Boden gerammt wurden. Im Anschluss schlenderten wir über die Grachten und stillten unseren Hunger in einem Restaurant im Stadtteil Jordaan. Bei einer Kanaltour genossen wir die Abendstimmung und den Sonnenuntergang über Amsterdam – einmal aus einer anderen Perspektive. Besonders gefallen hat uns das schmälste Haus von Amsterdam, welches nur eine Haustür breit ist. Früher bezahlten die Hauseigentümer gemäss der Hausbreite ihre Steuern, darum wurden die Häuserfronten möglichst schmal gebaut. Die Häuser mit den «Aufzughacken» und die Hausboote faszinierten uns sehr. Die Hacken werden gebraucht um beim Umzug die Möbel in die schmalen Wohnungen zu manövrieren. Im Rotlichtbezirk, genannt De Wallen, liessen wir den Abend ausklingen und waren erstaunt über den grossen Andrang.

Nach einigen Erledigungen zügelten wir unser Material in die Wohnung von Reinoud, in welcher wir bis zur Weiterfahrt übernachten durften. Nach einem gemeinsamen Abendessen und guten Gesprächen, bereiteten wir uns mental auf die am Samstag anstehende Gay Pride vor. Das zweitgrösste Volksfest des Jahres zieht schon seit einigen Jahren über eine halbe Million Leute nach Amsterdam. So machten wir uns am Tag darauf Richtung Innenstadt und genossen die aufgeschlossene und friedliche Stimmung während die Boote gefüllt mit tanzenden Leuten und dröhnender Musik an uns vorbeizogen.

Am letzten Tag erholten wir uns von der Party der letzten Nacht und besuchten den Museumplein, auf welchem in grossen Buchstaben «I Amsterdam» steht und ein beliebtes Fotomotiv darstellt. Am Abend kochten wir für unsere Gastgeber «Zürigschnetzlets» und spielten eine Runde «Cards Against Humanity».

75. Tag: Den Oever- Amsterdam

1.August 2018:

Der Tag startete mit einer unendlich lang scheinenden Strasse entlang einem Deich und landwirtschaftlich genutzten Flächen. In Purmerend machten wir unsere Mittagspause und trafen Reinoud, einen Freund von Adrian, der uns aus Amsterdam entgegenfuhr. Am Stadtrand fanden wir einen gut gelegenen Campingplatz und liessen uns dort nieder.

74.Tag: Buitenpost-Den Oever

31. Juli 2018:

Mit neuer Energie und guter Laune fuhren wir entlang der grosszügigen Fahrradwege neben der Hauptstrasse. Schon bald realisierten wir, dass wir nach über einem Monat wieder einmal unsere Regenklamotten aus den Taschen graben mussten. Am Horizont erschien eine Wand schwarzer Wolken und wir fuhren direkt darauf los. Wenig später fing es an zu regnen und wir konnten uns im letzten Moment noch unter ein Hausdach retten. 15 Minuten später kam die Sonne wieder zum Vorschein und wir fuhren weiter durch wunderschöne Städtchen mit vielen Booten, die in den Kanälen trieben. Vor dem Abschlussdeich (Afsluitdijk), erlaubte uns ein Kiosk Besitzer nicht unsere Flaschen im Klo aufzufüllen und erhitzte kurz unsere Gemüter. Nach dem Abschlussdeich, der aufgrund von Landgewinn und Küstenschutz 1932 errichtet wurde, fanden wir einen schönen Campingplatz in einer der seltenen Wälder in den Niederlanden.

73. Tag: Bad Neuschanz-Buitenpost

30. Juli 2018:

Am Bahnhof von Bad Neuschanz trafen wir Lilo und Peter für die gemeinsame Weiterfahrt. Zusammen überquerten wir schöne Wasserkanäle und weite landwirtschaftliche Nutzflächen. Auf dem Rad durchquerten wir die Studentenstadt Groningen und assen in der Innenstadt verschiedene asiatische Leckereien. Mehrere Male warteten wir bei Zug- und Drehbrücken auf die passierenden Schiffe und konnten den Passagieren auf den Schiffen zuwinken. In Buitenpost verabschiedeten wir Fabians Eltern und erledigten unseren Einkauf. Nach dem Verlassen des Dorfes fragten wir bei einem Haus, ob wir unsere Zelte in der Nähe irgendwo aufstellen können, da es in den Niederlanden generell verboten ist wild zu campen. Nach kurzem Gespräch konnten wir unsere Zelte auf einer Wiese aufstellen und durften sogar in einem dort stehenden Caravan duschen.

72. Tag: Dornumersiel-Bad Neuschanz

29. Juli 2018:

Zu unserer Freude begleiteten uns Fabians Eltern am Morgen mit dem Fahrrad. In Emden, der Heimatstadt von Otto, trennten sich unsere Wege nach einem köstlichen Mittagessen wieder. Wir pedalten weiter in Richtung deutsch-niederländische Grenze, entlang der Ems. Nach der Überquerung der unspektakulären intereuropäischen Grenze, entschieden wir uns die Zelte neben einem scheinbar wenig befahrenen Bahngleis aufzustellen. Mit hungrigen Bäuchen verschlangen wir das Abendessen. Der vierte Regionalzug, der an uns vorbeifuhr, hielt an und der Fahrer warnte uns vor seinem Kollegen: Dieser wolle die Polizei rufen falls wir in der nächsten halben Stunde das Gelände nicht verlassen würden. Der Zugführer meinte er sei auch ein Fan des Wildcampens und hätte nichts dagegen, aber mit seinem Kollegen sei nicht zu Spassen. Nach kurzer Diskussion verschoben wir die Zelte um 100m in den Wald direkt an einen kleinen See. Wir verbrachten eine friedliche Nacht und wurden nicht von vorbeifahrenden Zugwaggons gestört.