Grenze Botswana – Bulawayo


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23. März – 28. März 2024:

Direkt nach der Grenze wurde es hügliger und seit langem konnten wir auch wiederholt Abfahrten geniessen. Die Strasse bis zu den Viktoriafällen ist von Wald umgeben und sehr wild. Es hatte kein Schild, Haus oder Abzweigung auf den nächsten 70 Kilometer.

Bevor wir den Ort Victoria Falls erreichten, fuhren wir etwa zwei Kilometer abwärts und merkten schon bald, dass dies einer der touristischsten Orte für die nächsten Wochen sein wird. Überall waren teure Unterkünfte, westliche Restaurants und Reisebüros, welche Touren in der Umgebung anboten.

Wir quartierten uns bei einem Camping im Zentrum ein und lernten gleich ein Österreichisch-Brasilianisches Paar kennen, welches seit etwa 1.5 Jahren im südlichen Afrika unterwegs sind. Bevor wir das Zelt aufstellten, tauschen wir uns intensiv aus und merkten schnell, dass die Wellenlängen zueinander passen. Wir bekamen viele Tipps für die nächsten Wochen und auch wertvolle Informationen über die Strassenzustände in Simbabwe und Mozambique.

Bei Live-Musik in der gegenüberliegenden Brauerei, tranken wir einheimisches Bier und verzehrten westliches Essen.

Endlich stand eines der Highlights unserer Reise auf dem Tagesprogramm. Etwa einen Kilometer von unserem Camping entfernt waren die Viktoriafälle. Diese sind UNESCO Weltnaturerbe. Das Wasser stürzt auf einer Breite von 1708 Metern über 110 Metern in die Tiefe. Die Gischt kann bei Hochwasser bis 300 Meter aufsteigen und aus 30 Kilometern Entfernung gesehen werden. Es ist ausserdem der breiteste zusammenhängende Wasserfall der Welt und doppelt so hoch wie die Niagarafälle.

Über die Höhe des Eintrittspreises (50 US Dollar) kann man sich streiten, aber schlussendlich besucht man die Fälle kaum ein zweites Mal. Der Wasserfall liegt in einem Nationalpark und ist dadurch geschützt von äusseren Einflüssen. Wie viele andere Touristen aus aller Welt, liefen wir die vorgegeben Wege entlang der tosenden Wassermassen. Es war beeindruckend das Ausmass dieser riesigen Wassermassen aus der Nähe zu beobachten. Bei den meisten Aussichtspunkten regnete es förmlich, da die Gischt je nach Windverhältnissen auf uns niederprasselte. So waren wir nach wenigen Minuten klitschnass.

Danach liefen wir zur Brücke, welche die beiden Länder Simbabwe und Sambia verbindet. Von der Brücke konnten wir den Sambesi, der unterdurch fliesst beobachten und nochmals einen Blick auf die Viktoriafälle werfen. Viele junge Männer versuchten uns Souvenirs zu verkaufen, aber gaben nach einem klaren «Nein!» auf und waren trotzdem interessiert an einem «Small Talk».

Auf dem Rückweg assen wir in einem kleinen einheimischen Restaurant, direkt neben der Strasse. Für zwei US Dollar bekamen wir Hühnchen, Gemüse und ein Kloss «Sadza». Dieses Grundnahrungsmittel im südlichen Afrika kennen wir bereits aus Namibia und Botswana. Dieses wird aus weissem Mais hergestellt. Ein Guide, der Touristen die Wasserfälle zeigt, war erstaunt, dass wir wie die Einheimischen ohne Besteck assen. Wir kamen ins Gespräch mit Mr. B. und tauschten uns über verschiedene Themen aus. Beispielsweise kannte er den Klimawandel, aber wusste nicht, wie dieser verursacht wird. Er war sehr interessiert und erstaunt über die verschiedenen Quellen der Treibhausgase.

Am Abend nahmen wir an einer Bootstour auf dem Sambesi teil und konnten so den Sonnenuntergang bestaunen. Während der etwa zweistündigen Fahrt, sahen wir Nilpferde, Elefanten, Krokodile und viele Vögel, währendem wir uns an der «all-inclusive» Bar bedienten.

Nach einem Pausentag verabschiedeten wir uns von Heidi und Paulo und verliessen den mit Touristen gefüllten Ort wieder. Von nun an hatten wir keine Informationen mehr von Adrians Eltern, da sie nicht weiter als die Fälle gefahren waren.

Es war von Anfang an hüglig und wir hatten immer wieder längere Anstiege und Abfahrten. Uns gefiel diese Abwechslung, da wir endlich ein bisschen Weitsicht geniessen konnten. Wir sahen viele Schulkinder auf dem Heimweg. Alle trugen Uniformen, welche sich in den Farben unterscheiden. Einzelne Kinder hatten sogar Fahrräder, um die teilweise sehr langen Schulwege zurückzulegen.

Bei einer Brücke über einen fast trockenen Fluss, versuchten einige Jungs uns einzuholen. Wir kamen ins Gespräch und machten auf ihren Wunsch ein Foto zusammen. Es war ein schöner Austausch und die aufgestellten und selbstbewussten Knaben freuten sich uns zu sehen.

Vor Hwange wurde die Strasse zuerst mit Löchern verziert, bevor sie total verschwand. Um die Stadt, welche dem naheliegenden Nationalpark den Namen gab, sahen wir viele Kohleminen und Koksöfen. Alle diese Minen werden von Chinesen betrieben. Vor einer Industriezone sprachen wir mit einigen Tagelöhner, welche auf Arbeit warteten. Sie trugen Arbeitskleidung inklusive Bauhelmen und Sicherheitsschuhen. Während dem Warten spielten sie Karten und einige versuchten Wildbeeren zu verkaufen. Leider haben wir von mehreren einheimischen Männern gehört, dass sie von den Chinesischen Vorgesetzten menschenunwürdig behandelt werden.

Die Strassenqualität veränderte sich konstant und sorgte definitiv für Abwechslung. In einem grösseren Dorf assen wir wie am Tag zuvor Sadza (Maisfladen) mit Fleischsosse. Viele Leute kamen auf einen Schwatz vorbei und fragten uns wie gewohnt woher wir kommen und ob wir von der Schweizer Regierung bezahlt werden für diese Reise. Es kamen Schulkinder vorbei, welche mit schmerzverzerrten Gesichtern ihre erste Impfung verdauten. Oder eine Frau, welche sich Fabian anbot als zukünftige Ehefrau. Direkt neben uns war ein fast 70 jähriger Mann, welcher alle Arten von Schuhen flickte. Er machte dies mit viel Fleiss und minimaler Ausrüstung, so dass wir ihm am liebsten neue Nadeln und Fäden schenken wollten. Die Köchin war sehr aufgestellt und freute sich, dass wir ihr Menu assen, auch wenn sie nicht verstand, wieso wir kein Fleisch wollten.

Am Ende des Tages summierten sich die Höhenmeter das erste Mal auf über 1000, bei 130 Kilometern Strecke. Simbabwe sorgt in vielen Aspekten für eine ersehnte Abwechslung und wir sind glücklich, dass endlich mehr Leute um uns herum sind.

Zum ersten Mal wurden wir vom Gesang einiger Frauen geweckt. Anscheinend musste ein Dorf in der Nähe von unserem Plätzchen im Busch sein. Bei einer Pause kauften wir bei einem überfreundlichen Mann eine Wassermelone für 50 Cent und assen diese gleich vor Ort. Wie viele Kleinbauern in den letzten Wochen, beschwerte auch er sich über die vorherrschende Dürre. Von November bis März wäre in diesen Breitengraden eigentlich Regenzeit.

Bei einer Tankstelle lernten wir einen jungen Künstler kennen, welcher aus Holz wunderschöne Skulpturen schnitzte. Für eine Skulptur braucht er 1-3 Tage und verkauft die grössten Exemplare für nur 25 US Dollar.

In Lupane angekommen, fanden wir ein grösseres Restaurant, welches verschiedene Köstlichkeiten anbot. Wiedermal zur Überraschung aller, stellten wir uns ein nicht existentes vegetarisches Menu zusammen. Während unserer Pause fragten uns mehrere Männer und Frauen was wir in Simbabwe machen mit den Fahrrädern. Es waren wiedermal sehr spannende Austausche und wir genossen die Offenheit und das Interesse der Menschen. Die Hauptstrasse war weiterhin häufig mit riesigen Schlaglöchern übersät und wir mussten diesen mit Zickzack-Bewegungen ausweichen.

Die Strasse hatte zum Glück weniger Schlaglöcher, aber dafür Rinnen, welche vermutlich durch das abfliessende Wasser entstanden sind. Die Konsequenz daraus war, dass wir etwa alle zwei Meter einen ziemlichen Schlag bekamen und ordentlich durchgeschüttelt wurden. Das Schlimmste an dieser Strasse ist die Mautgebühr, welche alle motorisierten Fahrzeuge bezahlen und eigentlich für den Erhalt der Strasse gedacht wäre. Leider versandet dieses Geld in den Händen der korrupten Verantwortlichen. Nach vier Tagen und 440 Kilometern erreichten wir die zweitgrösste Stadt in Simbabwe.

In einem neueren, stetig wachsenden Vorort der Millionenstadt Bulawayo, fanden wir nach einem Telefonat unsere Gastfamilie zügig. Wie abgemacht, durften wir bei der Familie von Mr. B, den wir bei den Viktoriafällen kennengelernt haben, übernachten. Wir wurden herzlich von der Frau, dem Sohn, zwei weiteren Kindern und einer Freundin begrüsst. Wir bekamen unser eigenes Zimmer und wurden mit einem einheimischen Gericht verwöhnt. Danach nahm uns der Sohn mit auf einen Spaziergang durch das Viertel und wir wurden an jeder Ecke begrüsst und bewundert. Anscheinend ist es sehr selten, dass Weisse dieses Viertel besuchen.

 

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